Hunde

Gut zu wissen

Chemische Kastration beim Rüden

Seit mehreren Jahren gibt es die Möglichkeit, Rüden mittels eines Hormonimplantats für 6 bzw. 12 Monate zu kastrieren.

Heute nehmen viele Besitzer diese Möglichkeit in Anspruch, um zu schauen, ob unerwünschte Verhaltensweisen wirklich hormonell bedingt sind. Aber auch, wenn Hundehalter sich in puncto Kastration nicht einig sind.
Oft wird es auch bei älteren Patienten eingesetzt, bei denen eine Narkose ein erhöhtes Risiko darstellt.

Beim Implantat handelt es sich um ein Suprelorin-Chip (ähnlich wie auch der Mikrochip), der mittels einer Kanüle im Nacken unter die Haut gesetzt wird. Hierzu braucht es keine Narkose.
Das Implantat enthält den Wirkstoff Deslorelin. Es handelt sich dabei um ein Slow – Release GNRH – Antagonist, der über sechs bzw. zwölf Monate kontinuierlich abgegeben wird.
So kommt es zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit.

Ein grosser Vorteil ist, dass die Wirkung vorübergehend ist und das Implantat sich dann auflöst.

Wirkung

Deslorelin blockiert bestimmte Rezeptoren der Hypophyse, so dass der Körper das Gefühl hat, es seien genügend Geschlechtshormone vorhanden. Dadurch werden im Hoden die Produktion, sowohl der Geschlechtshormone als auch der Spermien eingestellt. Der Rüde ist vorübergehend zeugungsunfähig.

Viele Verhaltensweisen des Rüden werden zum Teil als problematisch empfunden. Z.B.:

  • Aufreiten
  • ständiges Schnuppern
  • Urinmarkieren

Diese werden durch das Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst und können somit durch das Implantat reguliert werden.

Vorteile

  • Zeugungsunfähigkeit, Unfruchtbarkeit
  • Abnahme oder Verschwinden des Sexualverhaltens (Aufreiten, Markieren)
  • weniger Präputialkatarrh
  • Abnahme von aggressivem Verhalten, wenn dieses hormonell bedingt ist.
  • Verkleinerung der Hoden

Nachteile

  • Verstärktes Futterverlangen
  • Fellveränderung

Die Wirkung tritt 2-4 Wochen nach der Implantation ein. Diese hält je nach Implantat 6-12 Monate an. Danach wird der Hoden wieder grösser und die Produktion von Testosteron beginnt wieder.

Der Vorteil gegenüber der chirurgischen Kastration ist, dass das Implantat nur vorübergehend wirkt. Eine chirurgische Kastration ist immer endgültig.
Alle Wirkungen und Nebenwirkungen sind reversibel. Dadurch eignet sich der Chip ideal als Probelauf und der Besitzer kann nach Ablauf der Wirkung entschieden, ob er seinen Rüden kastrieren möchte oder nicht.

Bei Fragen oder für weitere Informationen wenden Sie sich an das Praxisteam.

AMICUS - Datenbank zur Registrierung von Hunden in der Schweiz

Im  Rahmen einer Private-Public-Partnership betreibt die Identitas AG ab dem 1. Januar 2016 die neue Hundedatenbank AMICUS. Die Hundedaten und die Adressdaten der Hundehalter wurden per 31.  Dezember 2015 von ANIS in AMICUS übernommen.

AMICUS hilft Ihnen als Besitzer eines Hundes die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.

Neuhundehalter anmelden bei AMICUS

Wenn Sie zum ersten Mal einen Hund übernehmen, müssen Sie folgendermassen vorgehen:

Vorgehen:

  • Sie gehen auf Ihre Gemeinde und melden, dass Sie neu Hundehalter sind
  • Die Gemeinde nimmt alle Ihre Daten auf und registriert diese bei AMICUS
  • Sie erhalten von der Gemeinde eine Personen ID 
  • Sie kommen mit den Unterlagen des Hundes und der Personen ID zu uns in die Tierarztpraxis
  • Wenn der Hund bereits einen Chip hat, aber noch auf kein Halter registriert ist oder aus dem Ausland stammt, können wir die Daten des Hundes anhand Ihrer Personen ID auf Sie registrieren 
  • Wenn der Hund noch keinen Chip hat, vereinbaren Sie einen Termin für das Setzen des Chips, danach können wir den Hund anhand Ihrer Personen ID auf Sie registrieren
  • Hat der Hund bereits einen Chip und ist schon auf einen Halter gemeldet, müssen Sie Ihre Personen ID dem aktuellen Halter mitteilen, damit dieser daraufhin einen Halterwechsel vornehmen kann.

AMICUS bei bestehenden Hundehaltern

Wenn Sie schon einmal einen Hund auf sich registriert hatten oder momentan noch ein Hund auf Sie läuft, besitzen Sie bereits eine Personen ID, dann müssen Sie folgendermassen vorgehen.

Vorgehen:

  • Sie loggen sich mit Ihrem alten ANIS Login bei AMICUS ein
    oder
    Sie Loggen sich mit Ihrem neuen AMICUS Login bei AMICUS ein
  • Oben links den Button „Benutzerkonto“ Details anklicken
  • Sie finden daraufhin Ihre Personen ID im angezeigten Feld oben links
  • Sie kommen mit den Unterlagen des Hundes und der Personen ID zu uns in die Tierarztpraxis
  • Wenn der Hund bereits einen Chip hat, aber noch auf keinen Halter registriert ist oder aus dem Ausland stammt, können wir die Daten des Hundes anhand Ihrer Personen ID auf Sie registrieren
  • Wenn der Hund noch keinen Chip hat, vereinbaren Sie einen Termin für das Setzen des Chips, danach können wir den Hund anhand Ihrer Personen ID auf Sie registrieren
  • Hat der Hund bereits einen Chip und ist schon auf einen Halter gemeldet, müssen Sie die Personen ID dem aktuellen Halter mitteilen, damit dieser daraufhin einen Halterwechsel vornehmen kann.

Halterwechsel bei AMICUS tätigen

Wenn sie einen Hund übernehmen oder an einen neuen Besitzer weitergeben möchten, müssen Sie folgendermassen vorgehen.

Vorgehen, wenn Sie einen Hund abgeben:

  • Sie loggen sich mit Ihrem alten ANIS Login bei AMICUS ein
    oder
    Sie loggen sich mit Ihrem neuen AMICUS Login bei AMICUS ein
  • Oben links den Button „Benutzerkonto“ Details anklicken
  • Danach sehen Sie unten rechts den Button „ Weitergabe“, diesen müssen Sie anklicken
  • Personen ID, Vornamen und Nachnamen des neuen Besitzers eingeben und auf den Button „Abgabe“ klicken
  • nach Tätigen des Buttons „Abgabe“, werden die Daten des Hundes in eine Art „Warteschlaufe“ verschoben, da bleiben diese, bis der neue Halter diese annimmt
  • Der neue Besitzer muss sich mit seinem Login bei AMICUS einloggen und die Daten des Hundes annehmen.

Vorgehen wenn sie einen Hund annehmen:

  • Sie loggen sich mit Ihrem alten ANIS Login bei AMICUS ein
    oder
    Sie loggen sich mit Ihrem neuen AMICUS Login bei AMICUS ein
  • Oben links den Button „Benutzerkonto“ Details anklicken
  • Scrollen Sie nach unten zu „Übernahme innerhalb der Schweiz“ und klicken Sie auf „übernehmen“
  • Status wird bestätigt, nun laufen die Daten des Hundes auf den neuen Hundehalter
Anwendervideo

Hitzeentwicklung im Auto

Bereits bei einer Aussentemparatur von 20°C kann es für unsere Hunde im Auto gefährlich wenn nicht sogar lebensbedrohlich werden. Auch Schattenparkplätze oder geöffnete Fenster lindern die Gefahr nicht wirklich.

Aussentemperatur Innentemperatur nach
  5 Minuten 10 Minuten 30 Minuten 60 Minuten
20° 24° 27° 36° 46°
22° 26° 29° 38° 48°
24° 28° 31° 40° 50°
26° 30° 33° 42° 52°
28° 32° 35° 44° 54°
30° 34° 37° 46° 56°
32° 36° 39° 48° 58°
34° 38° 41° 50° 60°
36° 40° 43° 52° 62°
38° 42° 45° 54° 64°
40° 44° 47° 56° 68°

 

ab hier Lebensgefahr!

Feuerwerke - unsere Tipps

Am 1. August und an Silvester werden vielerorts private und öffentliche Feuerwerke veranstaltet. Was für uns Menschen ein Amusement sein kann, bedeutet für die meisten unserer Tiere - insbesondere Hunde - purer Stress.

Hier nun einige Tipps, wie Sie ihrem Hund diese Zeit erleichtern können, wenn er mit Angst reagiert:

  • Reisen Sie über diese Tage mit Ihrem Vierbeiner an einen Ort der nicht von lauten Knallen betroffen ist. Im Internet finden sich diverse Angebote die teilweise sogar die Sicht auf schönes Feuerwerk bieten, jedoch ohne die Knallerei.
  • Bleiben Sie selber ruhig und entspannt und trösten Sie ihren Hund NICHT, er darf aber Ihre Nähe suchen, wenn ihm dies Sicherheit gibt.
  • Bieten Sie ihrem Hund Zufluchtsorte an, an denen die Knallerei gedämpfter ist (Badezimmer, Keller, Garage, Bürotisch, etc.). Stellen Sie dort auch einen Radio oder Fernseher auf, der die Geräusche übertönen hilft. Falls nötig, leisten Sie ihrem Hund dort Gesellschaft (mit einem spannenden Buch und einem guten Glas Wein ), aber trösten Sie ihn nicht.
  • Unterstützen Sie das Wohlbefinden Ihres Hundes mit einem Adaptil®-Diffusor oder einem Adaptil®-Halsband.
  • Ein weiteres Hilfsmittel, welches bereits bei vielen Hunden und Katzen zu Erfolg führte, ist das Thundershirt. Dieses Shirt übt einen sanften, konstanten Druck auf den Brustkorb der Tiere aus, was einen beruhigenden Effekt hat.
  • Versagen alle diese Massnahmen und Ihr Hund reagiert mit massivem Stress, kann ihm mittels Medikamenten (Psychopharmaka) geholfen werden. Wichtig dabei ist, dass Ihr Hund vorab auf gesundheitliche Probleme untersucht wird. Weiterhin ist es von grosser Bedeutung, dass die Medikamente einige Tage vor dem Ereignis schon gegeben werden, damit diese die volle angstlösende Wirkung entfalten können. Zudem lohnt es sich, diese vorab einmal auszuprobieren um die optimale individuelle Dosierung (diese kann von Tier zu Tier sehr stark variieren) herauszufinden.

Zögern Sie nicht unser Team um Rat zu fragen!

Operationsvereinbarung und Hinweise

Impfungen

Impfschema

Auf Grund neuer Erkenntnisse ändern wir unser Impfschema für den Hund.  Dieses Schema kann je nach Gegebenheiten und Situationsbedingt angepasst werden.

Grundimmunisierung

  • Junge Hunde sollten gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose und canine Hepatitis grundimmunisiert werden.
  • Die erste Impfung erhalten die Welpen ab der 8. Woche und diese wird dann im Abstand von 3-4 Wochen bis zur 16. Woche wiederholt. Manchmal ist auch noch eine Impfung mit 20 Wochen nötig.
  • Bei ungewissem Impfstatus der Mutter kann schon ab der 6. Wochen mit der Staupe- und der Parvovirose-Impfung begonnen werden.

Die Grundimmunisierung wird dann mit einer Wiederholungsimpfung nach einem Jahr abgeschlossen.

Darauf folgen dann die Wiederholungsimpfungen

  • Leptospirose und Parainfluenza: jährlich
  • Staupe, Parvovirose und canine Hepatitis: 3-jährlich

Dieses Impfschema kann je nach Infektionsdruck und Lebensbedingungen des Hundes jederzeit angepasst werden. Wir beraten Sie gerne um das geeignete Impfschema für Ihren Hund zu finden.

Leptospirose Impfung

In Zeitungen und Zeitschriften wurde viel über Leptospirose geschrieben. Auf dem Markt ist im selben Zeitraum ein neuer Impfstoff aufgetaucht, welcher besser gegen Leptospirose schützt, als die bisher verwendeten Impfstoffe. In der Praxis taucht vermehrt die Frage auf, wie sinnvoll diese neue Impfung ist.

Erkrankung

Die Leptospirose ist eine bakterielle Erkrankung, die auch auf den Menschen übertragen werden kann - eine sogenannte Zoonose. Diese krankmachenden Spiral-Bakterien, die Leptospiren, gibt es in mehr als 200 verschiedenen Arten, die allerdings nicht alle gleich krank machen.

Die grossen Kliniken in der Schweiz berichten in den letzten Jahren über eine Zunahme der Erkrankung. Bei angesteckten Tieren befallen die Bakterien alle Organsysteme, vorab entstehen Nieren- und/oder Leberschäden. Dies äussert sich in einem schlechten Allgemeinzustand der Hunde, Fieber, Erbrechen und Durchfall mit starken Bauchschmerzen, oft auch Rückenschmerzen. Die Patienten sind apathisch, trinken viel, haben häufig gelbe Schleimhäute und neigen zu Blutungen (Nasenbluten, Schleimhautblutungen).

Das Erkennen einer Leptospirose ist auch in der Praxis nicht immer einfach. Die klinischen Symptome führen zwar oft zu einem Verdacht, die korrekte Diagnose führt allerdings über mehrere Blut- & Urinuntersuchungen im Krankheitsverlauf und kann einige Tage in Anspruch nehmen. Um Schlimmeres zu vermeiden, wird bei einem Verdacht bereits mit einer raschen und konsequenten Therapie begonnen. Dies bedingt einen stationären Aufenthalt der Patienten mit Infusionen und starken Medikamenten. Trotz intensiver und aufopfernder Bemühungen sterben leider immer wieder Patienten an dieser heimtückischen Erkrankung.

Wie kann sich mein Hund anstecken?

Meist stecken sich die Hunde durch Kontakt mit verseuchtem Wasser an - aus Pfützen und anderen stehenden Gewässern. Der häufigste Zeitraum für Ansteckungen ist Sommer/Frühherbst. Mit zunehmenden warmen Niederschlägen steigt das Risiko einer Ansteckung. Dies hängt damit zusammen, dass Leptospiren mit dem Urin erkrankter Tiere ausgeschieden und auf diese Weise übertragen werden. Ratten und Mäuse können ebenfalls erkranken und den Erreger mit dem Urin ausscheiden.

Was hat der neue Impfstoff für Vor- und Nachteile?

Der neue Impfstoff „Nobivac Lepto 6“ der Firma MSD schützt neu vor sechs verschiedenen Leptospiren-Arten, welche alle in Mitteleuropa vorkommen. Bisher waren zwei Leptospiren Stämme in der Impfung enthalten. Der Impfschutz mit der neuen Impfung ist sicher umfassender. Den absoluten Schutz garantiert auch die neue Impfung nicht. Es gibt leider auch Hunde, die trotz regelmässiger Impfung erkranken.

Wie bei anderen neuen Impfungen ist auch bei der „Lepto 6“ eine neue Grundimmunisierung notwendig. Das heisst konkret, eine Impfrepetition nach 2-4 Wochen ist notwendig, damit ein zuverlässiger 1-jähriger Impfschutz entsteht. Die jährliche Wiederholungsimpfung bleibt wie bisher auf eine Injektion beschränkt. Impfnebenwirkungen können auch bei der neuen Leptospiroseimpfung entstehen, sind aber selten und beschränken sich in der Regel auf Müdigkeit, leichtgradige Temperaturerhöhung und Unwohlsein.

Empfehlung:

Wir empfehlen die neue Impfung. Insbesondere für Hunde mit viel Kontakt zu Artgenossen, Hunde die gerne baden, Wasser aus Pfützen und Tümpeln trinken macht die Impfung Sinn. Wenn irgend möglich sollte man vermeiden, dass Hunde aus stehenden Gewässern trinken – fliessende Gewässer wie Bäche sind unbedenklich.

Dr. Martin Padel

Nachsorge nach Kastration

Hündin

Rüde

Parasitenkontrolle & Parasitenschutz

Schutz vor Würmer

Wie oft sich ihr Hund oder Katze mit Würmer ansteckt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab: Alter des Hundes oder der Katze, Freigänger oder Stubentiger, Jagdhund oder Schosshund. Das Risiko sich mit Würmern anzustecken, ist unterschiedlich hoch.

Auf der Hompage von Esccap Schweiz können Sie anhand von wenigen Fragen das richtige Behandlungsintervall für ihr Tier finden.

Einige Grundregeln

  • Hunde- und Katzenwelpen sollten ab der zweiten Lebenswoche gegen Spulwürmer entwurmt werden. Danach wird die Behandlung in zwei-wöchigem Intervall bis ca. zur 8. Woche wiederholt. Dies ist nötig, da sich die Welpen bereits über die Muttermilch, Hunde sogar im Mutterleib mit Spulwürmer anstecken können.
  • Ab der 8. Woche wird eine monatliche Entwurmung bis halbjährig empfohlen, beim Hund bis zu einem Jahr.
  • Erwachsene Hunde und Katzen sollten bis mindestens vier Mal pro Jahr entwurmt werden.
  • Hunde, die unbeaufsichtigten Freilauf haben, auf die Jagd gehen, Aas oder kleine Nagetiere fressen, wird oft eine monatliche Entwurmung empfohlen.
  • Auch bei Katzen, die täglich Vögel und Mäuse jagen, wird eine monatliche Entwurmung empfohlen.
  • Trächtige Hündinnen sollten ca. 14 Tage vor dem Wurftermin noch mal entwurmt werden, um eine Ansteckung der Welpen im Mutterleib durch Spulwürmer zu verhindern.
  • Säugende Hündinnen und Kätzinnen sollten gleichzeitig mit der ersten Behandlung der Welpen entwurmt werden.
  • Es besteht auch die Möglichkeit vor dem Entwurmen, anhand einer Kotprobe den Verwurmungsgrad des Tieres festzustellen und so das Wurmmittel gezielt einzusetzen

Zecken - lästige Biester

Jeder Hunde- und Katzenhalter hat vom Frühling bis im Herbst früher oder später mit Zecken zu tun. Die blutsaugenden Parasiten sind nicht nur lästig, sondern können auch gefährlich werden. Zecken benötigen ein relativ warmes, feuchtes Klima. Sie können aber schon bei Temperaturen von 8 Grad aktiv werden. Bedingt durch unsere milden Winter, können sich die Zecken immer besser verbreiten.

Zecken gehören systematisch gesehen zu den Milben. Sie ernähren sich ausschliesslich vom Blut des Wirtes. Es gibt ca. 850 Zeckenarten. In unseren Breiten kommen vor allem der Holzbock (Ixodes ricinus) und die Auwaldzecke vor. Durch die Klimaerwärmung kommen immer mehr andere Zeckenarten vom warmen Südeuropa in unsere Breiten. Das ist vor allem die braune Hundezecke. Mit diesen neuen Zeckenarten kommen auch neue Krankheiten zu uns.

Verbreitung:

  • Der Holzbock (Schildzecke) kommt in der ganzen Schweiz vor. Sie werden von Vögeln und Säugetieren übertragen und sind nicht an ein Territorium gebunden.
  • In tieferen Lagen sind Zecken häufiger anzutreffen als in höheren Lagen, es gibt aber keine scharfe Grenze der Verbreitung nach Höhenlage.

 

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Gegen Zecken gibt es viele Mittel auf dem Markt. Es gibt Spot-on Präparate, die zwischen den Schulterblättern auf die Haut verteilt werden, Zeckenhalsbänder, Zeckenspray, Tabletten für den Hund und eine ganze Menge Hausmittelchen.

Impfung
Eine Zeckenimpfung bzw. Borreliose–Impfung gibt es, diese schützt jedoch nicht gegen Zeckenbisse, sondern nur gegen die übertragbaren Erreger.

Da der Schutz dieser Impfung nicht befriedigend ausfällt, verwenden wir diese Impfung nur auf besonderen Wunsch. Wir empfehlen den Zeckenbiss zu vermeiden bzw. das sofortige Absterben der Zecke nach dem Biss mittels folgender Spot-on Präparate, Halsbänder und Tabletten:

Advantix®

Scalibor®

Seresto®

Frontect®

NexGard®

Auch wenn diese Präparate einen guten Schutz bieten, sollte der Hund nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken abgesucht werden.

Wichtig bei Zeckenbissen

Die Zecke muss so schnell wie möglich entfernt werden. Borreliose wird schon nach einigen Stunden nach dem Zeckenbiss übertragen.

Die Zecke muss möglichst vollständig entfernt werden. Wenn der Kopf noch drin bleibt, ist das nicht so gefährlich. Der fällt, in der Regel, am nächsten Tag von selbst ab. Die Biss-Stelle desinfizieren und gut beobachten.

Tipp: am Besten verwendet man eine Zeckenzange oder einen Zeckenhaken. Das Drehen anstelle des Ziehens hat sich bewährt. Die Zecke wird am Ansatz gepackt und mit einer leichten Drehbewegung (die Richtung spielt keine Rolle) gezogen bis die Zecke loslässt. Nicht quetschen, sonst können die Erreger in die Wunde gelangen.

Krankheiten

Zwei, von Zecken übertragbare Krankheiten, sind bei uns in der Schweiz gefürchtet. Diese werden nicht nur auf unsere Hunde übertragen, sondern auch auf Menschen. Katzen können zwar Träger dieser Krankheiten sein, erkranken in der Regel aber nicht daran.

Die Lyme - Borreliose wird durch Borrelien (Bakterien) hervorgerufen und die FSME (eine Form Hirnhautentzündung) durch Viren.

In der Schweiz sind 25-50% der Zecken Träger der Borreliose. Im Gegensatz dazu ist die Verbreitung von FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) weit weniger ausgeprägt.

Parasitenschutz in der Ferienzeit und für jedes Land

Grundsätzlich gilt für Reisen in Risiko-Gebiete: Ist es nicht besser den Hund zuhause zu lassen, anstatt ihn dem Risiko gefährlicher Infektionskrankheiten auszusetzen?

2 Monate vor Abreise - Was sollten Sie beachten?
  • Impfungen kontrollieren, Tollwutimpfung darf nicht älter als 3 Jahre sein und muss mindestens 21 Tage vor Reisebeginn durchgeführt werden. Für die kombinierte Impfung gelten je nach Land unterschiedliche Bestimmungen. Für einige Länder gelten für die Einreise weitere spezielle Bedingungen (siehe www.bvet.admin.ch)
  • Heimtierpass vorhanden?
  • Chip kontrollieren, für Grenzübertritte auch für Katzen obligatorisch.
2 Wochen vor Abreise - Was sollten Sie beachten?
  • Scalibor® Halsband 1-2 Wo vor Reiseantritt anziehen, Schutz vor äusseren Parasiten, Schutz für 5 Monate oder
  • Advantix Spot on, sehr guter Schutz für 4 Wochen; mind. 2 Tage vor Reiseantritt.
  • Wenn nicht regelmässig gemacht: vor den Ferien den Hund noch einmal entwurmen.
    Das Scalibor-Halsband muss regelmässig überprüft werden. Ist es nicht satt genug am Hundehals angebracht so kann der Wirkstoff nicht auf den Hund gelangen. Nur durch kontinuierliche Reibung(Halsband auf Haut) kann sich das Deltamethrin, der Wirkstoff ist lipophil, im Fettfilm des Tieres ausbreiten. Es gelangt nicht in den Blutkreislauf. Scalibor darf bereits bei Welpen ab 7 Wochen angewendet werden und auch bei trächtigen und laktierende Hündinnen! Scalibor ist wasserfest und geruchsneutral.
    Fischtoxizität? Nein, da der Wirkstoff fest im Halsband gebunden ist wird er nicht ausgewaschen.
Nach den Ferien (wenn die Reise in den Süden ging) - Was sollten Sie beachten?
  • Den Hund in der Woche nach der Heimkehr mit Milbemax entwurmen, danach noch 1 x im Abstand von einem Monat.

Der Reisetest

Sie verreisen mit Ihrem Hund oder Ihrer Katze und möchten wissen, was Sie beachten müssen?

Nutzen Sie dazu den online Reisetest von ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) sowie den ESCCAP-Tierhalter-Flyer “Reisen mit Heimtieren und Parasitenschutz”.

Die 3 verbreitetsten Infektionskrankheiten

Dirofilariose (Herzwurm)

Der Herzwurm wird durch die Culex-Stechmücken übertragen. Die Wurmlarven wandern während einiger Monate von der Haut in die Blutbahn und siedeln sich im Herz und den Lungenarterien an. Die erwachsenen Herzwürmer können 15-35 cm lang werden.

Wo kommt die Dirofilariose vor?

Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Ungarn und alle ans Mittelmeer angrenzende Balkanländer. Auch in den USA ist der Herzwurm stark verbreitet. Es sind auch Einzelfälle im Tessin bekannt!

Symptome und mögliche Auswirkungen

Je nach Befall kommt es aufgrund der mechanischen Behinderung des Herzens und der herznahen Gefässe zu massiven Einschränkungen der Herzfunktion und der Atmung. Mögliche Symptome sind Husten, Leistungsabfall, Gewichtsverlust, Atemnot, Nierenprobleme und Aszites. Bei nicht Behandlung kann diese Krankheit zum Tode führen.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose wird aufgrund der typischen Symptome gestellt. Im Blut sind die Larven oft nicht nachweisbar, da sie nur schubweise ins Blut abgegeben werden. Dagegen können Antikörper gegen die Würmer viel zuverlässiger im Blut nachgewiesen werden. Diese Tests, zusammen mit Röntgenbildern und der Tatsache, dass sich das Tier in einem gefährdeten Gebiet aufgehalten hat, bestätigen den Verdacht auf eine Herzwurminfektion.

Wichtig ist die Behandlung der Wanderstadien bevor adulte Würmer im Hund entstehen können. Reisen Hunde in Risikohohe Gebiete müssen sie vollumfänglich geschützt sein.

  • Mind. 2 Wochen vor Abreise Scalibor-Halsband anziehen, dieses hat eine Repellent-Wirkung gegen die Culex-Stechmücke.
  • Dauert der Auslandaufenthalt länger als einen Monat, so muss der Hund nach einem Monat mit Milbemax Kautabletten oder dem Advocate Spot on entwurmt werden. Bei Ferien die nicht länger als 4 Wochen dauern muss der Hund in der Woche nach der Heimkehr mit Milbemax entwurmt werden und danach noch 1 x nach einem Monat. Wir empfehlen den Hund auch noch vor den Ferien zu entwurmen.
Canine Leishmaniose

Die canine Leishmaniose ist eine schwere, oft tödlich verlaufende Krankheit. Durch den Stich der Schmetterlingsmücken (Sandmücken) werden mikroskopisch kleine Einzeller mit dem Namen Leishmania infantum auf den Hund übertragen. Beim erkrankten Hund kommt es meistens zuerst zu Haarverlust, starke Schuppenbildung und kleinen offenen Wunden, besonders um Augen und Schnauze.

Wo kommt die canine Leishmaniose vor?

Sie tritt in Lateinamerika und in allen mediterranen Ländern auf. Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland, Türkei, Israel, Ägypten, Libyen, Tunesien, Marokko und Algerien.

Symptome und mögliche Auswirkungen

Bei fortschreitender Krankheit verliert der Hund bei gutem Appetit an Gewicht. Im späteren Stadium können Anämie und schwere Nierenschäden zum Tode führen.

Es ist fast immer die Haut und die inneren Organe betroffen.

Behandlung und Prophylaxe
  • Mind. 2 Wochen vor Reiseantritt muss der Hund mit einem Scalibor-Halsband versehen werden.
    Dieses hat eine Repellent-Wirkung gegen die Schmetterlingsmücken.
  • Zudem sollte man eine Mückensichere Umgebung aufsuchen.
    Schmetterlingsmücken sind dämmerungs- und nachtaktiv, den Hund also gegen Abend im Haus lassen und die Fenster nur mit einem Mückennetz offen lassen.
  • Neben dem Scalibor-Halsband schützt auch Advantix Spot on vor Schmetterlingsmücken, die Behandlung mit Advantix erfolgt einmal pro Monat.  
Canine Babesiose

Babesien sind einzellige Parasiten, die durch die Auwaldzecke oder die Braune Hundezecke übertragen werden. Die Babesien befallen die roten Blutkörperchen des Hundes und zerstören diese. Daher wird bei der Babesiose als häufigstes Symptom Anämie festgestellt. Weiter Symptome können hohes Fieber, roter oder grünlicher Urin oder Gelbsucht sein. Auch diese Krankheit kann zum Tode führen.

Wo kommt die canine Babesiose vor?

Typischerweise tritt die Krankheit häufig in Mittelmeerländern auf, aber auch in Zentraleuropa und in der Schweiz.

Behandlung und Prophylaxe
  • Tägliches Absuchen des Hundes nach Zecken
  • Frontline Combo, Advantix-Spot on und das Scalibor-Halsband töten die Zecken ab. Alle Medikamente müssen vor der Reise appliziert werden damit ein guter Schutz besteht.
  • Zecken immer sofort entfernen!
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